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12.03.2010 Eine schallende Ohrfeige für Christoph Blocher, SEUFZ!

Hört was das Schweizer Radio über unseren Christoph Blocher berichtet:
http://www.drs.ch/www/de/drs/sendungen/top/de/drs/sendungen/echo-der-zeit/2646.bt10126835.html

Der 3-köpfige Verwaltungsrat der Pharmavision soll sich 66 Millionen Franken in 6.5 Jahren ausbezahlt haben, in einer Zeit als ein durchschnittliches Verwaltungsratshonorar 50'000 CHF war. Und Blocher war der Verwaltungsratspräsident, ja sogar der am höchsten bezahlte Nebenamtsverwaltungsrat dieser Zeit. Dazu meint die Journalistin schnippisch: "Das ist viel Geld für ein paar Sitzungen pro Jahr." 1)

Aber warum kommen diese Vorwürfe erst jetzt? Die skrupellose Bereicherung von unserem Christoph 2) hätte man ja schon vor Jahren zum Thema machen können. Aber nein, erst jetzt, wo wir einmal nicht auf die Schwächsten, sondern (natürlich rein formell) auf die Reichsten einprügeln, kommen solche Argumente ans Tageslicht.

Zudem kann man sich fast gar nicht dagegen verteidigen. Es stimmt, dass ein Abzocker vorgibt, gegen die Abzocker anzutreten. Und nach Minder-Plan wäre alles sooo schön gewesen: Wir hätten griffige Regeln gegen Abzocker verhindert, wären trotzdem als Anti-Abzocker wahrgenommen worden und vor allem wäre das Abzockerthema im Wahljahr 2011 nicht auf dem Abstimmungskalender aufgetaucht.

Vielleicht hätten wir diesesmal besser einen anderen geschickt. Zum Beispiel einen unserer Baumeister oder der Bäckermeister aus Zürich. Die hätten wenigstens einen Gewerblerbonus gehabt.

Und wo ist Toni Brunner in dieser schwierigen Situation? Er hat sich wohl nach Ebnat-Kappel in sein "Haus der Freiheit" verzogen und diskutiert emsig am Stammtisch. Er scheint, dass er auch lieber den Erfolg einheimst, als nun unserem Christoph unter die Arme zu greifen. Ja, nicht einmal Roger Köppel hat Argumente um gegen diese Vorwürfe anzutreten, sonst hätte er sie ja bereits medienwirksam verbreitet.

Eine gefährliche Lage. Wenn die Presse plötzlich beginnt, kritisch über uns zu berichten und die gegnerischen Politiker lernen ebenfalls auf den Mann zu spielen, dann kommen wir bald flach heraus und dem Volk gehen die Augen auf. Bisher war uns die Schweiz wehrlos ergeben. Das darf nicht ändern! Darum:

Ad Säck Buebe!

Quellenverzeichnis:

1) Radio DRS 1, 11.03.2010, Echo der Zeit, "Blocher: Wundersamer Wandel vom Abzocker zum Abzocker-Gegner", Link: http://www.drs.ch/www/de/drs/sendungen/top/de/drs/sendungen/echo-der-zeit/2646.bt10126835.html

2) Tagesanzeiger Online, 01.07.2007, "Demut, Disziplin, Depressionen", Link: http://sc.tagesanzeiger.ch/dyn/news/schweiz/767647.html

1 Kommentar 12.3.10 18:52, kommentieren

07.03.2010 BVG-Abstimmung: War ja zu erwarten!

Jetzt können sie wieder frohlocken, die Linken Geldverteiler. Über 70 % sollen Nein sagen zur Senkung des BVG-Umwandlungssatzes. Das war ja zu erwarten! Sicher hat die von uns angeheizte Abzockerdiskussion auch zu diesem Resultat beigetragen. Ob wir unserem Anliegen selber ein Bein gestellt haben, oder ob wir einfach den Linken die positive PR einer im Volk beliebten Initiative stehlen wollten, ist selbst mir als Partei nicht klar. So geheim sind jeweils die Strategien unseres Strategiechefs. Sehr geschickt, damit kann er jeden Fehler in einen Erfolg umdeuten.

Die Abstimmung war ja seit längerem bereits verloren. Darum haben wir auch keinen unserer Stars in den Abstimmungskampf geschickt. Auf verlorenem Posten lassen wir gerne unsere bürgerlichen Partner kämpfen. Wir schalten uns dann wieder ein, wenn es etwas zu gewinnen gibt.

Das ist eines unserer Erfolgsrezepte: Trete nur an, wenn Du den Sieg schon in der Tasche hast. So haben wir auch schon die Arena des Schweizer Fernsehens in Verlegenheit gebracht, als unser Christoph im letzten Moment seine Zusage zurücknahm, gegen den ehemaligen Deutschen Finanzminister anzutreten 1). Das hätte leicht ins Auge gehen können, denn Deutsche Politiker lassen sich nicht so vorführen wie die Schweizer und wissen auf Tiefschläge gekonnt zu reagieren. Selbstverständlich haben sich Toni Brunner und einer unserer Gladiatoren, Oskar Freysinger nicht in die Nesseln gesetzt 2) und haben damit das schwere Erbe gerne dem freisinnigen Johann Schneider-Ammann überlassen. Christian Levrat, der auch noch dabei war, kann man als SPler ja nicht wirklich als Gegner vom SPD Mann Eichel bezeichnen.

Darum liebe Parteikollegen, merkt Euch das wichtige Blocher-Prinzip:

Mit verlieren wird man nicht zum Helden!

Quellenverzeichnis:

1)      Blick.ch, 05.02.2010, “Blocher geht nicht in die “Arena”, Link: http://www.blick.ch/news/schweiz/politik/blocher-geht-nicht-in-arena-139590 

2)      Basler Zeitung online, 05.02.2010, “Wer hat Angst vor Herrn Eichel?”, Link: http://bazonline.ch/kultur/fernsehen/Wer-hat-Angst-vor-Herrn-Eichel/story/21758631

1 Kommentar 7.3.10 14:16, kommentieren

06.03.2010 Die SVP und die Privatsphäre

Da hat der Tagesanzeiger ja wieder einmal den Vogel abgeschossen! Beim Thema Privatsphäre wirft er den bürgerlichen Parteien vor, einzig das Bankgeheimnis schützen zu wollen und in allen anderen Bereichen den Bürger der totalen Überwachung zu überlassen 1).

So wird die neue Versicherungskarte mit Chip kritisiert, die Videoüberwachung in den Innenstädten, die biometrischen Pässe usw. Dabei geht es uns doch nur um den Schutz des kleinen Mannes vor sich selber!

Da gibts ja schon einige die so ziemlich frustriert sind. Krise, Angst um den Job, teurere Krankenkassenprämien und die Angst vor Ausländern, die wir ja über die letzten Jahre gut gehegt und gepflegt haben. Solche Leute muss man eng überwachen, damit sie keinen Blödsinn machen! Das sehen wir ja heute immer mehr mit wahllosen Attacken auf unbekannte und Vandalismus. Wer kann denn da etwas gegen Videoüberwachung, biometrische Pässe und ähnliches haben?

Je besser man das Volk überwacht, desto weniger kommt es in die Versuchung, vom rechten Weg abzukommen und Kosten zu verursachen, die ja dann doch wieder von den reichen bezahlt werden müssen. Zudem lohnt es sich für den Otto Normalbürger gar nicht, Gesetze zu übertreten. Er stellt sich ungeschickt an, wird erwischt und kann sich nicht einmal einen anständigen Anwalt leisten, der ihn wieder aus dem Schlamassel rausholt. Darum: Automatischer Datenaustausch zwischen dem Arbeitgeber und dem Steueramt per neuem Lohnausweis, damit der Angestellte gar nicht in Versuchung gerät.

Bei den besseren 10'000 sieht das hingegen ganz anders aus. Da lohnt es sich wirklich, etwas am Fiskus vorbeizuschleusen. Es geht ja hier um ganz andere Beträge. Die haben auch die Mittel um das richtig professionell anzupacken. Und sollte dann trotzdem mal was schiefgehen, können sie sich den nötigen Anwalt leisten oder sich schlimmstenfalls auf eine tropische Insel absetzen. Also: Kein Anlass, um am Bankgeheimnis zu rütteln.

Somit machen wir eine soziale Politik, das Volk vor der Versuchung zu schützen, da es ja sowieso keine Chance hat.

SVP: Die Partei des Volkes!

Quellenverzeichnis:

Tagesanzeiger online, 02.03.2010, "Das Doppelspiel der Bürgerlichen". Link: http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Das-Doppelspiel-der-Buergerlichen/story/13731306

1 Kommentar 6.3.10 21:45, kommentieren

03.03.2010 Club der Abzocker

Ein Sonntagsspaziergang ist der Club nicht geworden. Könnte es allenfalls sein, dass wir hier in ein Wespennest gestochen haben? Sogar Pirmin Bischof von der CVP hat unserem Blocher vorgeworfen ein Abzocker zu sein, der jetzt plötzlich die Seiten gewechselt hat. Das Geständnis von Christoph, dass er bei der Pharma Vision - in die auch Pensionskassen investiert hatten - als Verwaltungsratspräsident in einem Jahr 4 Millionen Franken verdient hatte, half nicht gerade um diese Behauptung zu entkräften 1).

Das übelste an der Sendung war jedoch das süffisante Lächeln der "Hausfrau" Susanne Leutenegger Oberholzer. So ruhig und gelassen wie gestern, hat man sie wohl noch gar nie am Fernsehen gesehen. Ihre Argumente wurden ja alle von den anderen Gesprächspartnern (vorwiegend Abzocker und deren Vertreter) vorgetragen, so dass sie sich auf das Christoph-Blocher-Prügeln beschränken konnte. Um ehrlich zu sein, sooo schlecht hat sie sich gar nicht geschlagen, leider!

Während wir nun jahrelang praktisch ohne Widerstand in der gröbsten Form gegen unsere politischen Gegner vorgehen konnten, hat sich nun doch etwas getan. Nachdem wir das klassisch Linke Thema der Abzockerei aufgegriffen haben, werden wir von links bis rechts ziemlich massiv attackiert. Christian Levrat hat unseren Christoph in der Samstagsrundschau sogar als den "König der Abzocker" bezeichnet 2). Haben die plötzlich gelernt auf den Mann zu spielen? Keine gute Aussichten für uns! Das war bisher unsere Domäne, die wir mit grossem Erfolg gepflegt haben.

Belustigt hat uns Thomas Minder, der sich empörte, dass nun um seine Abzocker-Initiative das grosse parteipolitische Hickhack ausgebrochen ist. Das hätten wir ihm von Anfang an sagen können, doch es ist ja nicht unsere Aufgabe, ihm das auf die Nase zu binden. Er hätte es sich aber selber denken können, denn mittlerweile ist unsere geheimes Erfolgsrezept nicht mehr ganz so geheim:

Wer mit der SVP ist, ist gegen alle anderen!

Quellenverzeichnis:

1) Schweizer Fernsehen, Club, "Abzocker-Initiative: Wer stoppt die Managergier?", 6. Minute. Link:
http://videoportal.sf.tv/video?id=f0ebaef4-1355-48ed-a7eb-4d158e7b03aa&referrer=http%3A%2F%2Fwww.sf.tv%2Fsendungen%2Fclub%2Findex.php%3FWT.zugang%3Dfront_sfe

2) Radio DRS1, Samstagsrundschau mit Christian Levrat, ca. 13. Minute. Link: http://pod.drs.ch/mp3/samstagsrundschau/samstagsrundschau_201002271300_10124547.mp3

1 Kommentar 5.3.10 18:27, kommentieren

01.03.2010 Abzocker Poker

Tja, unser Spiel ist zwar nicht aufgegangen (zumindest nicht beim ersten Durchgang) aber trotzdem haben wir wieder einmal 100 Punkte geholt!

Die SP hat unseren indirekten Gegenvorschlag zur Abzocker-Initiative in der Kommission abgeblockt. Damit musste man ja rechnen, dass sie uns das Feld nicht ohne Widerstand überlassen. Trotzdem: Wir wurden als Abzockerbekämpfer wahrgenommen und unsere Kollegen von FDP und CVP müssen nun diametral gegen die Volksmeinung die Bonis verteidigen. Win-Win, aber zweimal für uns ;=)

Obwohl unser Schachzug bereits Schiffbruch erlitten hat, darf unser Christoph morgen im Club wieder einmal glänzen. Den Linken wird er Verrat an der eigenen Sache vorwerfen und die Abzockervertreter kann er ohne Rücksicht auf Verluste in die Pfanne hauen. Da hat niemand Mitleid. Zudem werden die mit angezogener Handbremse argumentieren müssen, um die eigenen Wähler nicht allzu fest zu vergraulen. Kurz: Ein Sonntagsspaziergang am Dienstag Abend.

Zudem stellen die roten Kläffer unserem Meister Blocher eine Hausfrau gegenüber, die sich in die Politik verirrt hat. 1) Tja, da kann ich der SP nur raten: Macht es wie wir und schickt die Hausfrauen zurück an den Herd wenn die Kinder kommen. Das hat sich bei Jasmin Hutter bestens bewährt. 2)

Ich freue mich mit Ihnen auf die morgige Sendung. Obwohls nicht unbedingt nötig ist, skandieren wir vor dem Fernseher gemeinsam folgenden Spruch:

Blocher vor, noch ein rhetorischer Kinnhaken!

Quellenverzeichnis:

1) Schweizer Fernsehen, 02.03.2010, Der Club, "Abzocker-Initiative: Wer stoppt die Managergier?". Link: http://www.sf.tv/sendungen/club/index.php
2) Parlament.ch, Biog
rafien der Nationalräte, "Jasmin Hutter". Link: http://www.parlament.ch/d/suche/Seiten/biografie.aspx?biografie_id=1121

 

1 Kommentar 1.3.10 13:45, kommentieren

20.02.2010 Wer hat Angst vor der Klimakatastrophe?

Eigentlich wissen auch wir, dass die Klimaerwärmung stattfindet. Aber leider laufen alle Massnahmen gegen die Firmen unserer Milliardäre und das können wir nun einmal nicht zulassen. Einen Profit müssen die ja auch haben aus ihren Investitionen in die SVP.

Aber wie kämpft man gegen ein Faktum? Die Menschen merken ja selber, dass sich etwas tut und dass etwas nicht mehr stimmt. Ganz einfach: Man macht aus dem Faktum eine Glaubensfrage: Glauben sie an die Klimaerwärmung?

Unser Mann für dieses Thema ist Ulrich Giezendanner. Ganz logisch, denn ein Transportunternehmer der an den Klimawandel "glaubt", ist etwa so widersprüchlich wie ein Schwein, das sich in seinen Metzger verliebt. Mit seiner einfachen hölzigen Art, kann er in einem Satz problemlos so viele Behauptungen in den Raum stellen, dass niemand mehr in der Lage ist auch nur die Hälfte davon zu entkräften. Bei solchen Themen ist das Gold wert!

Ein ganz grosses Dankeschön haben sich letzte Woche unsere lieben Freunde vom Schweizer Fernsehen verdient. Obwohl sie für die Klimaskeptiker-Seite neben unserem Giezi nur noch zwei bezahlte Meinungsvertreter gefunden haben, führten Sie im Club die Glaubenssendung zur Klimafrage durch. So etwas ist fast wie Geburtstag und Weihnachten zusammen. Entschuldigung, dass wir Euch trotzdem immer wieder Linkslastigkeit vorwerfen müssen, aber sonst weicht Ihr noch von unseren Positionen ab.

Die armen Professoren versuchten sich umständlich zu erklären, sauber zu argumentieren und zu überzeugen. Aber sogar der Professor Nobelpreisträger war auf verlorenem Posten. Mit ein paar giftigen Einwürfen hat Giezi alles rübis und stübis weggeputzt. Er war schon nach wenigen Minuten zur Höchstform aufgelaufen. Als Franziska Teuscher von den Grünen erzählte, dass sie letzte Woche am Aletschgletscher gesehen habe, wie sich die Gletscher in den letzten Jahren zurückgezogen hätten, konterte er verwundert: "Aber die sind doch jetzt unter dem Schnee!" Frau Teuscher hat dann bestätigt, dass man den Gletscher trotz dem Schnee sehen kann. 1) Tja, auch so kann man einem guten Argument den Boden entziehen. Top Giezi!

Auch das Zusammenspiel mit den bezahlten Interessenvertretern hat bestens geklappt! Der Vertreter der Abzocker (Avenir Suisse) hat alles wissenschaftlich bestritten und hatte mit den amerikanischen Bush-Wissenschaftlern die gut von den Ölkonzernen bezahlt werden, eine wunderbare Quelle um alles anders zu sehen. 2)

Für die moderateren Zuschauer war Dominique Reber zuständig, der den Klimawandel nicht einmal bestritt, aber einfach die Wirtschaft machen lassen will. 2) Auch nach unserem Motto: Das können wir in der Wirtschaft besser, als ihr Politiker, also haltet Euch da raus. Zum Glück erinnern sich die meisten Fernsehzuschauer nicht daran, dass wir dies bis vor kurzem bereits in einem anderen Bereich gesagt haben. Damit sind wir aber letzthin tüchtig auf den Kopf gefallen. Aber so lange es unserer lieben Partei nicht schadet...

Kurz gesagt, alles läuft nach Plan. Und da wir ja keine Klimapolitik brauchen, so haben wir uns doch ein Motto zugelegt:

Wer hat Angst vor der Klimaerwärmung?
Und wenn sie kommt?
Dann können WIR uns eine Klimaanlage und einen Swimmingpool leisten!

Quellenverzeichnis:

1) Schweizer Fernsehen, 16.02.2010, Der Club, "Der Klimastreit: Öko gegen Eco?", ca. Minute 6. Link: http://www.sf.tv/sendungen/club/index.php?docid=20100216
2) Schweizer Fernsehen, 16.02.2010, Der Club, "Der Klimastreit: Öko gegen Eco?". Link: http://www.sf.tv/sendungen/club/index.php?docid=20100216

1 Kommentar 20.2.10 15:10, kommentieren

19.02.2010 Figgi und Müli

Der liebe Thomas Minder hat uns mit seiner Abzocker-Initiative richtig ins Schwitzen gebracht. Die Initiative wäre im Wahljahr 2011 ganz sicher ein Thema gewesen, oder noch schlimmer: Sie wäre im dümmsten Fall sogar zur Abstimmung gelangt. Ein Linkes Thema mit Sympathien im Volk zuoberst auf der Aktualitätsliste: Das durften wir nicht zulassen, erst recht nicht vor den Wahlen 2011. Das konnte ja auch nicht im Interesse von Minder sein, oder?

Wie üblich, wenn's schwierig wird haben wir unser bestes Pferd ins Rennen geschickt, oder besser gesagt, unser bestes Pferd hat sich einen Auftrag gegeben und aufgrund seines Blocher-Prinzips "völlige Unterwerfung unter die Sache" 1) den Auftrag glänzend erfüllt.

Mit Minder, der sich bei unseren Leuten wieder eher zu Hause gefühlt hat als in der herzlichen Umarmung der Linken, hat unser Christoph ein Gesetz ausgehandelt, das grundsätzlich nichts ändert, aber den Bürger beruhigt und gleichzeitig den Minder zufriedenstellt. Ihr könnt mir glauben, das war pickelharte Arbeit. Minder hat so stark darauf beharrt, dass auch über die Vergütung der Geschäftsleitung an der GV abgestimmt werden muss, dass der arme Christoph doch wirklich einen Kompromiss machen musste. Ja er muss nun sogar etwas vertreten, das er vorher bekämpft hatte. Eine Kehrtwende, die er normalerweise nur anderen vorzuhalten hat, denn er hatte das bisher nicht nötig. Aber in "völliger Unterwerfung unter die Sache" nimmt unser Held auch diese Bürde auf sich und leidet im Stillen für das Wohl unserer verehrten Partei.

Schritt 1 gelungen, Schritt 2 am Laufen. Mit der Drohung, dass die SVP die Minder Initiative unterstützen wird, falls das SVP-Gesetz nicht umgesetzt wird, setzen wir die Mitteparteien stark unter Druck. Jetzt fehlen noch ein paar unwesentliche Zückerchen, damit die beiden ohne das Gesicht allzu stark zu verlieren, auf unseren Vorschlag einschwenken. Denn die beiden wollen garantiert auch keinen Artikel in der Verfassung, wie dies die Initiative fordert, denn nur ein Gesetz kann bald wieder abgeändert werden.

Wenn CVP und FDP nicht einschwenken, werden wir die Initiative effektiv unterstützen und im Wahljahr ein klassisch Linkes Gärtchen beackern. Denn auch dort liegen noch ein paar Wählerstimmen brach, die gerne noch abgeholt werden. Damit haben wir Figgi und Müli. Entweder das Gesetz das wir wollen, oder wir nehmen das Thema ganz einfach für uns ein, obwohl es eigentlich nicht in unserem Sinne ist. Tja, was macht man nicht alles um den "Auftrag" zu erfüllen!

Nur zwei winzig kleine Fehler sind Christoph während der Aktion passiert. Und zwar hat er auf Tele Züri etwas gar deutlich gesagt, dass es uns bei dem SVP-Gesetz nicht wirklich um eine Veränderung geht, als er an die Adresse der Manager sagte: "Es passiert nichts, es geht gut her und zu, die Flexibilität ist gegeben, es ist ein bisschen komplizierter an der Generalversammlung". 2) Zudem hat er bestätigt, dass er die Interessen der Manager - die damit ja im Zaum gehalten werden sollten - ins Gesetz einfliessen liess. So sagte er über die Manager: "In den letzten Monaten haben sie mich bekniet und gesagt, es ist verrückt wenn im neuen Aktienrecht steht, dass eine ungerechtfertigte Leistung zurückgefordert werden kann." Danach gab er bekannt, dass nun nur OFFENSICHTLICH ungerechtfertigte Leistungen zurückgefordert werden können. 3) Ein Hintertürchen für unseren besten Geldgeber, die oberen 10'000, wäre damit auch eingeführt, denn wenn alle gleich viele ungerechtfertigte Leistungen beziehen, wird es nie und nimmer offensichtlich. Damit sollten nun eigentlich alle zufriedengestellt sein, dies aber öffentlich den Leuten unter die Nase zu reiben, wäre nicht wirklich nötig gewesen.

Zum Glück hört heute kein Journalist mehr sooo genau hin, um solche Ausrutscher zu verbreiten. Die sind inzwischen so faul, dass sie auf unsere Geschichten warten, um wieder einen Artikel schreiben zu können. Denn wir hören genau hin, wenn unsere Gegner etwas sagen. Und wenn nichts falsches daran ist, müssen wir halt ab und zu etwas falsch verstehen, damit wir den Journis trotzdem eine Geschichte liefern können. Wir können doch die arme Cheibli nicht im Stich lassen.

Haben wir es nicht wieder einmal allen tüchtig gezeigt? Äis Gaudi!

Quellenverzeichnis:
1) Tagesanzeiger online, 01.07.2007, "Demut, Disziplin, Depressionen" über das Buch "Das Blocher-Prinzip". Link:
http://sc.tagesanzeiger.ch/dyn/news/schweiz/767647.html
2) Tele Züri, TalkTäglich, 15.02.2010, mit Christoph Blocher und Thomas Minder, ca. 13 Minuten vor Sendungsende. Link: http://www.telezueri.ch/webtv/?&channel_id=84&video_id=46925
3) Tele Züri, TalkTäglich, 15.02.2010, mit Christoph Blocher und Thomas Minder, ca. 2 Minuten vor Sendungsende. Link: http://www.telezueri.ch/webtv/?&channel_id=84&video_id=46925

 

1 Kommentar 19.2.10 13:36, kommentieren

10.02.2010 Willkommen

Sali zäme!

Endlich habe auch ich ein Internettagebuch und kann Euch mitteilen, wie sehr ich die Schweiz und Ihre Eidgenossen liebe! Alles würde ich für mein Land tun, und das obwohl ich oft sehr ungerecht behandelt werde. Manchmal habe ich den Eindruck, dass alle gegen mich sind. Jedes Plakat wird in den Medien zerrissen, es wird mir schlechter Stil vorgeworfen und undemokratisches Verhalten. Stimmt alles nicht! Ich bin einfach ein bisschen geschickter als alle anderen Parteien.

Nehmen wir die CVP. Da sind die Meinungen so breit gestreut, dass selbst der Präsident nicht weiss, wohin es eigentlich gehen soll. Oder die FDP. Die haben wir ziemlich in die Zwickmühle gebracht. Eigentlich wäre sie auf unserer Linie und trotzdem muss sie sich immer wieder abgrenzen. Nur glauben es ihr immer weniger Leute und wechseln zum Original, der SVP! So haben wir der FDP in den letzten Jahren auch die wichtigsten Wirtschaftsleute abgekupfert.

Auf der linken Seite siehts auch traurig aus. Gibt es die überhaupt? Die Gewerkschaften blitzen vielleicht noch ab und zu in der Öffentlichkeit auf - aber sonst? Das Fernsehen muss ja ständig den Cédric Wermuth einladen, damit noch eine interessante Diskussion mit einem SP Vertreter entstehen kann. Die anderen Parlamentarier sind schon so verintelektuiert, dass der Durchschnittsschweizer jedes dritte Wort nicht mehr versteht.

Und dann haben wir noch die armen Grünen, die man einfach nicht in den Bundesrat lässt. Tja, solange wir nicht mindestes 3 Sitze haben, gibts da gar nichts zu diskutieren. Wir sind schliesslich die grösste Partei. Aber auch da haben die Jungen das Sagen. Obwohl Bastien Girod zur Glücksmaximierung - will sagen Wiederwahl - auch bereits gegen die Ausländer wettert. Vielleicht sollte ich mal mit ihm Kontakt aufnehmen.

Obwohl, SVPler kann nicht einfach jeder werden. Da muss man schon einen ganz besonderen Charakter haben. So muss man seine eigenen Interessen zurückstecken und voll auf die Parteilinie einschwenken. Abweichler gibts in den anderen Parteien schon genug, das brauchen wir bei uns nicht. Optimal ist es natürlich, wenn sich die SVP Meinung zu 100 % mit den eigenen Auffassungen deckt, wie das bei unserem strategischen Hochleistungsgehirn der Fall ist.

Kurz zusammengefasst: Ich bin einfach gut! Zum Glück, denn nur wir wissen genaustens, was für die Schweiz und ihre Eidgenossen am besten ist. Darum bereiten wir bereits heute wieder ein paar kreative Ideen und Strategien für die Wahlen im Jahr 2011 vor. Ihr werdet Augen machen!

So, das sollte reichen für den ersten Eintrag. Bis hierher lesen wohl sowieso nur die ganz angefressenen Parteimitglieder. Schaut wieder vorbei!

Das wird sauglatt!

1 Kommentar 10.2.10 17:18, kommentieren