SVP-TageBuch

Das unautorisierte SVP Tagebuch
 
 

16.04.2011 Der FDP-Coup

Unglaublich! Die FDP läuft uns den Rang ab beim Umverteilungspoker. War es doch der Bundesrat Merz von der FDP und nicht etwa unser Blocher, der den Schweizerischen Grossunternehmern mit der Unternehmenssteuerreform II  Milliarden zugeschanzt hat.

Dagegen ist die Leistungsbilanz von unseren Bundesräten geradezu mikrig! Was bringen uns ein paar Asylgesuche weniger (und das hat ja auch auf äusseren Umständen beruht), wenn andere Milliarden verteilen können.

Das hat der Merz ja schon bei den Banken getan. Auch diese Milliarden wurden geschickt am Volk vorbei manöveriert, in die Kassen der UBS. Hut ab, Merz! Haben Sie schon einmal an einen Parteiwechsel zur SVP gedacht?

Tja, wenigstens können wir dabei helfen, dass der Coup für die Grossunternehmen nicht rückgängig gemacht wird. Das hätten die Linken gerne. Natürlich auch ein gutes Wahlkampfthema für die Robin Hoods der Schweizer Politik. Zum Glück haben die nicht so gute PR-Berater wie wir. Sonst würden die noch viel stärker darauf hinweisen, dass das Geld nachher in den Sozialversicherungen fehlt.

Schön zu sehen, dass die Umverteilungsmaschinerie blendend funktioniert! In diesem Jahrhundert ist es die Umverteilung von den Armen zu den Reichen. Mit der FDP und CVP haben wir da treue Verbündete. Und in diesem Bereich sind wir sogar offen für die Unterstützung der BDP.

Aber trotzdem, die FDP wird nicht übermässig von diesem Erfolg profitieren können, da die Grossunternehmen nähmlich ziemlich geizig sind, und lieber Ihre Economie Suisse unterstützen, als direkt Ihre Partei. Da sind wir schon viel besser bedient mit unseren Milliardären, die direkt und kräftig in unsere Partei investieren.

Aber: Wir nehmen die Herausforderung an! Versucht noch mehr Geld zu verteilen an Konzerne, Milliardäre, Abzocker und sonstige Krösusse. Auch hier wollen wir die Nummer 1 bleiben.

Ad Säck!

Quellenverweise:
1) Aargauer Zeitung, 12.04.2011,"Trotz Milliardenbschiss: Steuerreform soll nicht nochmals vors Volk", Link: http://www.aargauerzeitung.ch/schweiz/trozt-milliardenbschiss-steuerreform-soll-nicht-nochmals-vors-volk-107038848

1 Kommentar 16.4.11 16:35, kommentieren

10.04.2011 Die Ausländer sind schuld

Seit uns der Christoph letzte Woche in der Atomfrage wieder den Weg gewiesen hat, fühle ich mich geradezu blendend! Ich habe jetzt garantiert eine Antwort auf jede Frage:

Was sagen Sie zu den unsäglichen Staus in der Schweiz:
DIE AUSLÄNDER SIND SCHULD, die überfüllen unsere Strassen.

Warum spielt die Schweizer Nati so einen schlechten Fussball?
DIE AUSLÄNDER SIND SCHULD, die spielen einfach zu gut!

oder: DIE AUSLÄNDER SIND SCHULD, es gibt ja schon fast keine echten Schweizer mehr in unserer Nati.

Warum sollen wir unsere AKWs nicht abstellen?
DIE AUSLÄNDER SIND SCHULD, die lassen ja die noch gefährlicheren AKWs laufen.

Warum legt die SVP bei den kantonalen Wahlen nicht mehr zu?
DIE AUSLÄNDER SIND SCHULD, es können immer mehr Papirlischwiizer wählen.

Einfach genial! Christoph Du bist ein Genie!

Natürlich sagen wir niemandem, dass es unsere Unternehmen sind, die all diese Ausländer ins Land holen, denn von da wollen wir ja ein paar dicke Geldbündel für unseren Wahlkampf. Es geht uns ja nicht darum, die Schuldigen anzuschwärzen, nein, wir wollen einen Sündenbock. Das ist wichtig, wenn man Wahlen gewinnen will. Und da bieten sich die Ausländer eben schon pefekt an, denn:

Die Schwächsten prügelt man am einfachsten.

17.4.11 17:26, kommentieren

03.04.2011 Kein verspäteter 1. April Scherz: Unsere Atompolitik

ENDLICH!

Nachdem am 11. März in Fukushima Japan ein paar Atomkraftwerke in die Luft gingen (und leider nicht damit aufhörten, in die Luft zu gehen) sind wir in die grösste Krise der SVP-Ära Blocher gestürzt. Erst am 3. April konnte die hauseigene Baslerzeitung endlich verkünden:

"Die SVP klinkt sich in die Atomdebatte ein"1)

Diese 3 Wochen haben manchen SVPler an den Rand eines Nervenzusammenbruchs gebracht. Nähmlich jedesmal wenn wir gefragt wurden: Und was ist eigentlich die Position der SVP in der Atomfrage?

Was sollten wir denn da sagen? So ganz alleingelassen von unserem Vordenker? Eigentlich wussten wir es schon immer, dass die Atomenergie nicht zu verantworten ist, gerade in der kleinräumigen, überbevölkerten Schweiz. Bis jetzt konnten jedoch die grosszügigen Atomfränkli in Partei und Politikerkassen diese Bedenken in den Hintergrund drängen.

Es ist nun viel schwieriger dem Volk irgendetwas vorzumachen. Auch der hinterletzte Wähler wurde mit Fukushima auf die Gefahren der Atomenergie aufmerksam gemacht. Die Wähler merken jetzt, dass wir Ihnen während Jahren, mit gütiger Mithilfe der anderen bürgerlichen Parteien, eine Scheinsicherheit vorgespielt haben. Ab wie darauf reagieren?

Christoph HILF!

Viele haben sich dann auf das Hirn Nummer 2 verlassen, Roger Köppel, der aufgrund von fehlenden SVP Direktiven einfach die Position der FDP übernommen hat: Nicht überreagieren, zuerst müssen wir wissen, was überhaupt passiert ist.

Ich weiss bereits was passiert ist: Innerhalb von 25 Jahren hat's bereits das zweite Atomkraftwerk "verjagt". Sind vielleicht wir in 25 Jahren an der Reihe? Aber so etwas darf ich natürlich niemandem sagen.

Nun hat unser geistige Führer uns endlich einen Wink gegeben und erst noch einen genialen: Die Ausländer sind schuld! In Zukunft gebe ich auf alle Fragen, zu denen wir noch keine Position haben einfach diese Antwort. Da kann man gar nicht falsch liegen. Nun muss ich mir den Satz einfach noch ganz genau einprägen:

Die Ausländer sind schuld!
Die Ausländer sind schuld!
Die Ausländer sind schuld!
Die Ausländer sind schuld!

Quellenverweise:
1) Basler Zeitung, 03.04.2011,"Die SVP klinkt sich in die Atomdebatte ein", Link: http://bazonline.ch/schweiz/standard/Die-SVP-klinkt-sich-in-die-Atomdebatte-ein/story/22016088

1 Kommentar 17.4.11 16:57, kommentieren

21.02.11 51 % - und wir sagen wo’s langgeht!

Es musste ja mal auskommen. Konkordanz nur wenn es uns nützt. Uns geht es um die MACHT! Und zwar 100 %. 1)


Ein sackstarkes Gefühl, wenn man mit einer eigentlich gar nicht ernstgemeinten Forderung wie die der automatischen Ausschaffung von kriminellen Ausländern allen anderen Parteien die Hosen runterlassen kann. Zusammen mit der Minarett-Initiative war das der Test. Mit der nötigen Portion Skrupellosigkeit, einem explosiven Argumenten Gemisch zusammengebastelt aus Ängsten und Vorurteilen, gewürzt mit süffigen Halb- bis Ganzunwahrheiten, einem professionellen Marketingteam und – selbstverständlich – genügend Zaster um das ganze garantiert jedem Schweizer unter die Nase zu reiben, kann man sogar den weitbeachteten Verstand des Schweizer Wählers ausser Kraft setzen.


Nicht dass wir die ganze Schweizer Bevölkerung vertreten möchten. Nein, das ist ja auch gar nicht nötig. Ausländer haben ja gar kein Stimmrecht – darum eignen sie sich ja auch so gut als Prügelknaben: die können nicht zurückschlagen. Von den Stimmberechtigten geben höchstens 50 % ihre Stimme regelmässig ab. Davon sind – sehr optimistisch geschätzt – etwa 50 % wirklich politisch interessiert und wissen Bescheid. Die anderen 50 % sind manipulierbar und damit unser bestes Wählerpotential, denn wer nicht genau Bescheid weiss, glaubt noch gerne jemandem der sagt: Du bist der Gute und das ist der Böse.

25 % sind leicht zu gewinnen, da sie schon radikal-rechts veranlagt sind. Mit der Medienunterstützung holen wir noch einmal 15 %. Diese 40 % sind die Basis. Unser Polittheater hält zudem mindestens 6 % von der Urne fern, da sie von der Politik die Nase voll haben und dann und die restlichen 5 % mobilisieren wir mit emotionalen Themen aus der Wählerschaft, die üblicherweise nicht an die Urne geht. Und schon haben wir unsere 51 %, ohne auch nur annähernd 50 % der Schweizer hinter uns zu haben.

Wichtig ist die Totale Spaltung. Denn für einen der einmal SVP gewählt hat, darf es nicht mehr möglich sein, eine andere Partei zu wählen. Das ist ein bisschen wie in der Kirche. Wenn man mal irgendwo dazugehört, dann bleibt’s auch so auf alle Ewigkeiten. Denn wer will schon zum Dunstkreis des Teufels gehören. Nur so können wir unser Potential stetig steigern, ohne mit einem abbröckeln der Wählerbasis kämpfen zu müssen. Darum stellen wir uns dauernd gegen alle anderen Parteien. Da die bürgerlichen Parteien immer mehr und immer rechter werden, wird das immer schwieriger. Bei der Ausschaffungsinitiative mussten wir sogar eine unmögliche Forderung erheben, um die gesamte Politlandschaft gegen uns zu vereinen. Doch das liess sich ja in der ersten Sitzung bei der Sommaruga schon korrigieren, indem wir von nicht mehr jeden und auch nicht mehr automatisch Ausschaffen wollen. Zum Glück gibt’s keine linke Weltwoche, die das nun lang und breit schlagen könnte, als Einladung für die anderen Medien zum Abschreiben.


Viel wichtiger als die oft kritisierte Werbung sind die eingekauften Medien. Sie bringen JEDES Thema gross und prominent, das wir diskutiert haben wollen. Heute haben diese Medienprodukte eine so starke Ausstrahlung, dass auch die anderen Medien darüber berichten müssen, ob sie wollen oder nicht. Und wer die Medien kontrolliert, der braucht sich nicht zu fürchten, wie das Beispiel Italien überdeutlich zeigt. Darum haben wir in den letzten Jahren stark in diesen Bereich investiert.


Gut, vielleicht kann man sagen, dass Manipulation und Kontrolle der Medien nicht die demokratischsten Mittel sind, die man verwenden kann, um an die Macht zu kommen. Aber das gemeine Volk muss manchmal einfach zu seinem Glück gezwungen werden. Und es hat ja schliesslich Glück, dass wir es sind, die das Geld haben um es auf den richtigen Weg zu bringen.

Man stelle sich vor, die Linken hätten unser finanzielles Potential. Tja, dann „guet Nacht am sächsi"!

Quellenverweise:
1) Tagesanzeiger online, 20.02.2011,"Nur noch eine Partei steht für diese Werte", Link: www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Nur-noch-eine-Partei-steht-fuer-diese-Werte/story/16485553

4 Kommentare 21.2.11 13:11, kommentieren

05.02.2011 Transparenz - Wehret den Anfängen!

Man weiss es ja: Die Jugend ist manchmal ein bisschen übermütig und unbesonnen. So sammeln Junge SVPler emsig Unterschriften für die sogenannte Transparenz-Initiative, zur Offenlegung der Politiker-Einkünfte. Sicher mit hehren Absichten, aber schaut doch mal wo das hinführt!

1. Früher war die FDP die Bonzen-Partei, unterstützt von den reichen und superreichen, kombiniert mit lukrativen Mandaten und Ämtern. Das hat sich aber mittlerweile stark geändert. Die Superreichen haben sich von der FDP abgewendet und nur noch die unverbesserlichsten Anbeter des freien Marktes unterstützen diese Partei. WIR haben Ihnen die Superreichen entrissen, und damit viele Mandätchen und Ämtchen übernommen. Das heisst:
Das grösste Opfer dieser Initiative wären wir selber!
Und das kleinste wohl die SP und die Grünen. Ist es das was Ihr wollt?

2. Parlamentarier sind das eine, Parteien das andere. Den informierten Bürgern dieses Landes ist es bereits klar, dass die SVP fast vollständig von Ihren Milliardären finanziert wird. Christoph Blocher, Walter Frey, daneben kauft Tito Tettamanti Zeitungen auf, wechselt den Chefredaktor (immer radikal rechts) und verkauft sie zu Sonderkonditionen an wohlgesinnte Strohmänner. Wenn nun die Parlamentarier ihre Einkünfte transparent deklarieren sollen, dann kommt bald die Forderung nach der Offenlegung der Parteienfinanzierung. Und dann sind wir wirklich am Ende unseres Lateins. Müssen wir den wirklich auch noch den unpolitischen Mitbürgern unter die Nase reiben, dass die Schweiz von zwei bis vier Milliardären mit Millionen Einsätzen mit feiner Hand gelenkt wird? Nein Danke.

Lanciert ist lanciert. Es gibt jetzt nur noch einen Ausweg. Möglichst versanden lassen, so dass nie mehr jemand etwas von der Transparenz-Initiative hören wird.

Und das ist kein Tipp. DAS IST EIN BEFEHL!

Quellenverzeichnis:

1) Blick-online, 06.02.2011, "Die Jungen Wilden", Link: http://www.blick.ch/news/politik/die-jungen-wilden-166098

1 Kommentar 6.2.11 15:09, kommentieren

29.01.2011 Propaganda pur - Hut ab!

Hans Fehr ist einfach genial! Zu unserem Wahlkampfprogramm gehört es, auch die Opferrolle einzunehmen:

- Alle Parteien gegen die SVP.
- Die böse EU gegen die SVP.
- Kommissionen mit Geheimplänen gegen die SVP.
- Und natürlich noch viel handfester: Die Chaoten gegen die SVP.

Dass uns dies bereits Anfangs Wahljahr so ausgezeichnet gelungen ist, haben wir Hans Fehr zu verdanken. Nein, mit Absicht ist er nicht in die prügelnde Menge von Chaoten gelaufen. Ein ziemlich grosses Stück Naivität war aber schon dabei, wenn er zum Schluss kommt, dass andere "normale Bürger" ja auch unbehelligt zum Albisgüetli spazieren konnten. Rita Fuhrer hatte Polizeischutz beantragt und bekommen, dafür ist sie ja jetzt auch nicht prominent in den Medien.

Was aber wirklich das geniale daran ist, wie er diesen Vorfall bis ins letzte medial vermarkten kann. Selbstverständlich mit gütiger Mithilfe der Weltwoche, der Arena des Schweizer Fernsehens und anderen Medien, die wir uns freundlich gestimmt haben. Geradezu kaltblütig schiebt er die Schuld vollständig und ausschliesslich den anderen Parteien zu. Man habe die SVP als ausländerfeindlich und rassistisch bezeichnet, das sei sozusagen der Nährboden für Gewalt.

Damit haben wir jetzt den Spiess umgedreht und ein schlagendes Argument für die Stilfrage konstruiert. IHR habt uns als rassistisch bezeichnet, darum wurde Hans Fehr tätlich angegriffen, also kommt uns nicht mit dem Stil.

Interessant, dass auch die CVP und die FDP in der Arena nur Plakate der Juso und der Gewerkschaften gebracht haben als Beispiele von respektloser Politik, obwohl die in der Schweiz überhaupt nichts bewegt haben. Um die Schweiz zu verändern braucht man zu den provokativen Plakaten auch noch Millionen und das eben in der Schweiz nur wir und die Economie Suisse.

CVP und FDP scheinen aber bei unserem Anblick die Hosen voll zu haben, denn nur so lässt sich erklären, dass sie sich lieber von den Linken distanzieren als den Tatsachen ins Auge zu blicken und uns "an den Karren zu fahren". Aber das kann uns nur recht sein, denn das ist auch ein Grund, warum wir es überhaupt so weit gebracht haben.

Kurz: Wieder einmal ein genialer Streich von unserem Propagandaminister. Bei einem "normalen" Menschen würde zumindest ein bisschen Selbstzweifel aufkommen. Bin ich doch zu weit gegangen in meinen Angriffen auf politische Gegner und ganze Volksgruppen wie Invalide, Ausländer, Sozialempfänger? Hätte ich auch Polizeischutz anfordern sollen? Gibts da nicht auch anständige Menschen, wenn man sieht, dass mich Frauen aus genau dieser Gruppe geschützt haben? Aber nicht bei Hans Fehr! Das gehört nicht zum grossen Auftrag, das würde der Partei nichts nützen und das EINZIGE was zählt ist schliesslich der Erfolg der SVP bei den Wahlen 2011!

Die Opferrolle hat uns ja schon einmal grossen Erfolg beschert! Vor den Wahlen 2007 wollten wir trotz Warnungen von allen Seiten "undsverrecken" nicht auf unseren Umzug durch Bern verzichten wollten. Selbstverständlich haben wir gewusst, dass dies zu gewalttätigen Ausschreitungen der Chaoten führen wird, aber wer lässt sich denn schon diese Chance nehmen, um diesen Vorfall politisch auszuschlachten. Das überlassen wir den netten, wie dem damaligen Bundesrat Sämi Schmid, der damals zu Hause geblieben ist.

Weiter so Hans! Ohne Rücksicht auf Verluste auf 40 % 2011 und 50 % 2015.

Quellenverzeichnis:
Schweizer Fernsehen, 28.01.2011, Arena: "Gewalt statt Dialog?", Link: http://www.sendungen.sf.tv/arena/Sendungen/Arena/Archiv/Sendung-vom-28.01.2011

3 Kommentare 29.1.11 13:37, kommentieren

18.06.2010 Inszeniert ins Disaster - Der UBS-Staatsvertrag

Viel Lärm um nichts. Der UBS-Staatsvertrag wurde genehmigt, ohne dass auch nur eine unserer Bedingungen erfüllt wurden. Was ist passiert?

Zeigt unser Christoph Altersschwäche?

Sonst orchestriert unser Halbgott im Anzug unsere Partei mit Geschick und fester Hand. Aber es scheinen sich auch bei ihm langsam ein paar Altersschwächen anzukündigen. Wenn das so weitergeht und das Volk begreift, dass wir die Partei sind, die die übelsten Spielchen mit unserem Land treibt, dann sehe ich rabenschwarz für das Wahljahr 2011. Lieber Christoph, vielleicht sollten wir das den Leuten nicht so direkt unter die Nase reiben, wie bei dieser Staatsvertragsdebatte.

Bisher konnten wir vor allem den Mitteparteien genüsslich vorwerfen, sie hätten keine Linie. Ja, wir haben es Ihnen bei jeder möglichen und unmöglichen Gelegenheit so richtig unter die Nase gerieben. Und jetzt? Jetzt haben wir Ihnen das schlagkräftigste Gegenargument selber frei Haus geliefert. Einen Slalomkurs beim Staatsvertrag wie er in der Schweiz noch nie gesehen wurde:
1. Wir lehnen den Staatsvertrag KATEGORISCH ab!
2. Wir stimmen dem Staatsvertrag mit Bedingungen zu.
3. Unsere Bedingungen werden nicht erfüllt, wir lehnen den Staatsvertrag ab.
4. Wir erklären uns bereit, dem Staatsvertag zuzustimmen unter reduzierten Bedingungen, zeigen aber bereits bei der Ankündigung Schwäche.
5. Wir reduzieren unsere Bedingungen praktisch auf 0, um ohne Gesichtsverlust trotzdem noch zustimmen zu können. Unsere Forderungen werden nicht erfüllt.
5. Wir stimmen dem UBS-Staatsvertrag zu, ohne dass auch nur eine unserer Bedingungen erfüllt wurde.

Sie fragen sich vielleicht, warum wir am Schluss Ja gesagt haben. Eigentlich haben wir ja gar nichts gegen diesen Staatsvertrag, aber er gab uns wieder einmal ein Motiv, um auf den Bundesrat und die anderen Parteien einzudreschen. Und das ging nunmal am effektivsten mit einer kategorischen Ablehnung. Selbstverständlich gingen wir davon aus, dass der Staatsvertrag im Parlament ohne Probleme durchgewunken wird. Und das war die grosse Fehleinschätzung.

Die Linke hat unsere kategorische Ablehnung geschickt ausgenützt und eigene Forderungen gestellt. Wir konnten aufgrund unserer klaren Aussagen nicht mehr zurückkrebsen und sind damit in das Loch gefallen, das wir selber gegraben hatten. Und dann ist etwas ganz neues passiert. Trotz unseren Verhandlungsangeboten sind uns unsere bürgerlichen Bruderparteien keinen einzigen Schritt entgegengekommen, obwohl wir die Forderungen immer mehr reduzierten. Ja wir waren ja am Schluss sogar mit eine Bonussteuer einverstanden, die wir vorher so vehement bekämpft hatten. Gesichtsverlust total.

Der Christoph wurde schon seit längerem von seinen Milliardärskollegen bedrängt, er solle doch hier endlich einlenken. Das hat er dann versucht, mit immer mehr Konzessionen. Er ist - wohl überbeschäftigt mit der gleichzeitig stattfindenden Jägerprüfung - immer mehr ins schlingern geraten, bis es dann am Schluss dazu kam, dass wir ÜBERHAUPT NICHTS für unser Ja bekommen haben.

Unsere eigene Inszenierung hat uns ins Disaster getrieben. Was bisher so problemlos immer geklappt hat, ist nun vorbei. Unsere Gegner haben das Mittel gefunden, um unsere Spielchen sichtbar zu machen. Sie hatten uns aber auch genug lange spielen lassen ;=)

Die ganze Geschichte erinnert mich ein bisschen an das Spiel der Schweizer Nati, eine Mauer der Verteidigung. Nur hat die Nati gewonnen. Zum Glück nimmt der Freudentaumel um den Sieg der Nati einiges an Aufmerksamkeit weg von diesem Thema. Ja, wir haben sogar den Toni in die Fanmenge vor dem Bundeshaus geschickt, damit es wenigstens eine positive Nachricht im Zusammenhang mit der SVP gibt.

Quellenverzeichnis:

Tagesanzeiger online, 17.06.2010, "UBS-Staatsvertrag unter Dach", Link: http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/UBSStaatsvertrag-unter-Dach/story/24098122

1 Kommentar 18.6.10 13:28, kommentieren

11.06.2010 Grossschweiz in Vorbereitung

Ja, man muss es endlich zugeben. Wir sind gar nicht gegen Europa. Wir wollen ein geeintes Europa, aber UNSER EUROPA. Was das bedeutet? Ganz einfach: Die armen geschundenen Völker in Europa sollen doch einfach der Schweiz beitreten 1), die wir in eine Monarchie mit unserem Christoph als König umwandeln. Selbstverständlich werden wir eine Demokratie bleiben, aber unser König hat das Vetorecht für jede Änderung, sei es im Gesetz oder in der Verfassung. Auch klar, dass nur die Ur-Schweizer (Schweizer, die innerhalb der heutigen Grenzen leben) stimm- und wahlberechtigt sind. Sonst sind wir ja bald wieder dort, wo sich diese verantwortungslosen Staaten heute selber hingeführt haben: In den Bankrott!

Man würde dann von der Ur-Schweiz sprechen, die fürsorglich für die Grossschweizer Staaten schauen würden. Dankbar würden wir in all diesen Ländern mit grosser Freundschaft und Lobgesang empfangen.

Das Paradies auf Erden.

Ein wunderschöner Traum. Doch müssen wir uns wirklich fragen, ob wir nicht bald aufwachen sollten. Nach unseren Slalomspektakeln bei der UBS-Staatsvertrags- und der Abzockerdiskussion haben wir schon einen schalen Nachgeschmack hinterlassen. Wenn wir jetzt noch von der Grossschweiz träumen, dann mache ich mir wirklich ein bisschen sorgen. Plötzlich fordert einer unserer Jungs noch eine Volksabstimmung, wer Fussball-Weltmeister wird, oder ob es am 1. August regnen darf oder nicht. Denn diese Motion war kein (sehr teures) Witzchen. Es wurde von allen SVP Grössen unterzeichnet. Ich hoffe nur, unser Schlafwandlertrip endet rechtzeitig vor dem Wahljahr!

Motion 2):
Eingereichter Text:
Der Bundesrat wird beauftragt, einen verfassungsrechtlichen und gesetzlichen Rahmen zu erarbeiten, damit grenznahe Regionen in der Form neuer Kantone in die Schweiz integriert werden können, wenn die Mehrheit der dortigen Bevölkerung ein solches Begehren stellen würde.

Begründung:

Gewisse an die Schweiz angrenzende Gebiete leiden unter dem Mangel an Interesse der jeweiligen nationalen und europäischen Classe Politique gegenüber den Anliegen dieser grenznahen Regionen. Deren Bedürfnis, sich gegenüber der Zentralregierung (oder gegenüber Brüssel) für autonom zu erklären, wächst. Deshalb wird der Bundesrat beauftragt, der Bundesversammlung so rasch als möglich einen verfassungsrechtlichen und gesetzlichen Rahmen zu präsentieren, damit sich folgende grenznahen Departemente, Provinzen und Länder der Schweizerischen Eidgenossenschaft in der Form neuer Kantone anschliessen können, falls eine Mehrheit der dortigen Bevölkerung dies wünscht:

Elsass (F); Aosta (I); Bozen (I); Jura (F); Vorarlberg (A); Ain (F); Savoyen (F); Baden-Württemberg (BRD); Varese (I); Como (I) und andere (die Liste ist nicht abschliessend!). Die genannten Regionen haben in der Vergangenheit bereits dahingehende Interessen in demokratischer Form geäussert und damit auch Interesse am Initiativ- und am Referendumsrecht, diesen Vorzügen der direkten Demokratie, bekundet. Die genannten grenznahen Regionen wünschen sich seit langem mehr Souveränität für ihre Bürgerinnen und Bürger, also eine Demokratie der Nähe mit menschlichem Antlitz. Ihre Integration in die Eidgenossenschaft wäre für beide Seiten von Vorteil und würde keine unlösbaren politischen Probleme zur Folge haben. Es handelt sich dabei um ein politisches Zeichen, mit dem proaktiv für eine Erweiterung des Schweizer Souveränitätsmodells geworben werden soll, anstatt dass die Schweiz sich einem schleichenden Beitritt zur Europäischen Union hingibt, einem Gebilde, dessen zentralistische Institutionen zu ihren Bürgerinnen und Bürgern keine Verbindung mehr haben.

Unterzeichner:
Caspar Baader (SVP), Bigger Elmar (SVP), Toni Bortoluzzi (SVP), Brönnimann Andreas (EDU), Toni Brunner (SVP), Büchel Roland Rino (SVP), Dunant Jean Henri (SVP), Yvette Estermann (SVP), Sylvia Flückiger-Bäni (SVP), Oskar Freysinger (SVP), Andrea Martina Geissbühler (SVP), Alice Glauser-Zufferey (SVP), Norman Gobbi (Lega), Jean-Pierre Grin (SVP), Hans Kaufmann (SVP), Mörgeli Christoph (SVP), Müri Felix (SVP), Nidegger Yves (SVP), Perrin Yvan (SVP), Pfister Theophil (SVP), Reymond André (SVP), Natalie Simone Rickli (SVP), Rime Jean-François (SVP), Schibli Ernst (SVP), Ulrich Schlüer (SVP), Schwander Pirmin (SVP), Stahl Jürg (SVP), Walter Wobmann (SVP)

Quellenverzeichnis:

1) Tagesanzeiger online, 11.06.2010, "SVP will der Schweiz Nachbargebiete einverleiben", Link: http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/SVP-will-der-Schweiz-Nachbargebiete-einverleiben/story/23529806

2) www.parlament.ch, Motion vom 18.03.2010, "Erleichterte Integration grenznaher Regionen als neue Schweizer Kantone", Link: http://www.parlament.ch/D/Suche/Seiten/geschaefte.aspx?gesch_id=20103215

 

2 Kommentare 11.6.10 19:17, kommentieren

10.06.2010 Salamitaktik - Der Salami ist schon bald weg!

Der Staatsvertrag ist wirklich eine ganz verzwickte Sache. Warum bleiben unsere Gegner genau jetzt hart, wo sie doch früher immer eingeknickt sind. Gemäss der berühmten Salamitaktik haben wir unsere Forderungen Schritt für Schritt praktisch auf 0 reduziert:

1) Vertrag wird abgelehnt.
2) Vertrag wird angenommen, wenn es keine Bonisteuer gibt.
3) Vertrag wird angenommen, wenn es keine Bonisteuer bei den Unternehmen, sondern nur beim Manager selber gibt. 1)

Also wirklich: Der Unterschied, ob die Steuer beim Manager oder bei der Firma eingezogen wird, ist 0, da die Firma dem Manager die höhere Steuer einfach noch auf den Bonus schlagen wird. Es wird immer die Firma belastet, wenn man die Bonis besteuert.

Also gebt uns doch dieses Zückerchen. Wir sind schon ganz verzweifelt, weil wir eigentlich ja liebend gerne zustimmen würden, aber einfach nicht mehr wissen, wie wir das anstellen sollen.

Wir wissen, wir waren auch nicht immer nett mit Euch, liebe Gegner, aber dass Ihr unsere Polit-Ränkespiele so blossstellen müsst. Nicht einmal intern wird unserem Stratgiekönig mehr gefolgt. Es sollen bereits 10 SVPler am umkippen sein und bis zu zwei Drittel könnten in der Endabstimmung nicht Nein stimmen. 1) Das ist natürlich auch nicht förderlich. Kurz: Wo wir wohl enden werden:

4) Vertrag wird auch mit SVP-Hilfe angenommen, OHNE JEGLICHE FORDERUNG.

Die SP wird auch nichts kriegen, die haben es aber wenigstens durchgezogen und nicht einen Slalomkurs hingelegt. Vor einem Wahljahr sollte man sich hüten vor solchen Polit-Spielchen. Wir haben hoch gepokert und jetzt schon verloren. Ob wir noch etwas rausholen können ist höchst fraglich.

Vielleicht sollten wir im Wahljahr ein bisschen vorsichtiger sein und nicht unsere politischen Gegner um jeden Preis in die Pfanne hauen zu wollen. Lieber wieder die Randalierer mit einer Demo provozieren, damit wir wieder als Opfer dastehen, dem man beistehen muss. Nach den Wahlen können wir dann ja wieder voll Gas geben und unsere Spasspolitik weiterbetreiben.

Eine schlacht ist Verloren, aber noch lange nicht der Krieg.

Quellenverzeichnis:

1) Tagesanzeiger online, 9.06.2010, "Die Fronten beim UBS-Vertrag sind verhärtet", Link: http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Die-Fronten-beim-UBSVertrag-sind-verhaertet/story/15230106

1 Kommentar 10.6.10 17:31, kommentieren

06.06.2010 Hosen runter

Was ist denn eigentlich los mit unserem Pokerface? Wo ist unsere Nervenstärke geblieben? Was ist mit dem klaren SVP-Kurs passiert, auf den wir immer so stolz gewesen sind? Haben unsere Gegner etwa gelernt, mit unseren Polit-Spielchen umzugehen?

Nachdem schon der Abschuss der Minder-Initiative in die Hose ging, verwickeln wir uns auch im Streit um den Staatsvertrag mit der UBS immer mehr in Widersprüche. Zuerst haben wir ihn konsequent als rechtswidrig abgelehnt und über die SP gelästert, die Ihre Zustimmung von Forderungen zur Bonifrage und zur Regulierung der Banken abhänging machte. Mit unserem Kurswechsel in letzter Minute machen wir uns já schon beinahe lächerlich. 1. haben wir unsere Position nicht gehalten, was bisher unsere Stärke war und 2. haben wir die SP Forderungen einfach umgekehrt, um doch nicht ganz das Gesicht zu verlieren: Keine Boni-Steuer 1). Das macht wiederum unseren Einsatz gegen die Abzocker unglaubwürdig. So ein Slalomkurs kennt man sonst nur von der FDP. Kurz: Uns wurden die Hosen tüchtig heruntergezogen.

Aber damit ist ja die Geschichte (leider) noch nicht abgeschlossen. Im Ständerat wurde am Freitag ein Vorstoss angenommen, der eine Bonisteuer verlangt. Nachdem wir den Vertrag im Ständerat unterstützt hatten, werden wir ihn im Nationalrat wohl ablehnen, oder wir knicken schon wieder mit unseren Forderungen ein. Seufz. Wie kommen wir da nur wieder raus.

Früher haben wir die anderen Parteien mit diesen Spielchen an der Nase herum geführt. Heute fallen wir immer mehr in die Gruben, die wir selber gegraben haben. Ich kann nur hoffen, dass es sich dabei um eine vorübergehende Schwächephase unseres Alphatiers handelt. Gut möglich, denn in der letzten Zeit hatte sich Blocher wohl zu intensiv mit der Jagdprüfung auseinandergesetzt. Ja, er wirkte sogar eher angeschlagen im eigenen Fernsehen 2).

Jäger Blocher: Hau doch wieder die Wähler in die Pfanne, nicht das Wild!

Quellenverzeichnis:

1) Blick Online, 04.06.2010, "Sind Sie von den Banken gekauft, Herr Brunner?", Link: http://www.blick.ch/news/schweiz/politik/sind-sie-von-den-banken-gekauft-herr-brunner-148370

2) Teleblocher, 21.05.2010, "Christoph Blocher über den Staatsvertrag, Roger de Weck und die Jagdprüfung", Link: http://www.kewego.it/video/iLyROoafvOYu.html

1 Kommentar 6.6.10 23:57, kommentieren

02.05.2010 Fundamentalisten-Comedy in der Arena

Gott sei Dank hört niemand genau zu, wenn sich in der Arena die Polit-Gladiatoren eins auf die Köpfe geben. Denn sonst könnte es einem - selbst als SVP-Tagebuch - manchmal Angst und Bange werden. So auch in der Arena vom 23.04.2010.

Nicolas Blancho konnte sich nicht vom Fundamentalisten Image befreien. Er kam praktisch nur dazu zu betonen, dass sich seine Organisation an das Schweizer Recht hält, konnte das aber im Zusammenhang mit dem Islam zugeschriebenen intollerablen Praktiken nicht klar erklären. Rhetorisch spielte Blancho in der Amateurliga.

Nur einmal funkelte ein bisschen Schlagfertigkeit bei ihm auf, als er unserem Oskar Freysinger sagte, er gehöre eher auf eine Comedy Bühne als in die Arena 1). Tja, so falsch liegt er da gar nicht. Das Islamthema ist ja nur interessant für uns, dass andere Themen, wie zum Beispiel die Klimakatastrophe, die soziale Gerechtigkeit, Steuergerechtigkeit und ähnliches nicht auf den Tisch kommen. Die Leute sollen lieber über die “bösen” Muslime diskutieren, das tut uns und unserern Geldgebern nicht weh. Von dem her könnte man, wenn man ganz bös sein will, den Oskar schon als politischen Pausenclown bezeichnen. Erstaunlich eigentlich, dass die Muslime trotz unserer Hetzkampagne so zahm bleiben. Tja, wir haben Talent bei der Wahl unserer Opfer.

Die Pausenclown-Theorie wird übrigens auch durch die hochintellektuellen kulturellen Ergüsse unseres Schriftstellers mit Hollywood-Ambitionen (wurde doch immerhin vom serbischen Schriftstellerverband aufgenommen, nachdem sein Mitgliedschaft im Schweizerischen abgelehnt wurde) bestärkt. So enden gewisse Gedichte unseres Winkelrieds der Frauenrechte (zumindest wenn es um den Islam geht – häusliche Gewalt ist da etwas ganz anderes) besonders feinfühlig:

Dornwittchens klitzekleines Fuzzi ist wohl zu eng für Bortoluzzi” 2).

Arena-Comedy mit Oskar!

Die Muslime sollten uns dabei doch eher noch dankbar sein. Dank dem aufgebauten Feindbild bekommen Fundamentalisten überhaupt die Chance in den Medien aufzutreten und damit Hunderttausende von Menschen zu erreichen, wo sie doch sonst nur in ihren Kämmerchen (ohne Minarette) im Stillen vor sich ihn beten könnten. Das gibt Ihnen Zulauf und unser Feindbild bestätigt sich. Win – win, nennt man das.

Jedoch habe ich mich auch ab und zu gefragt, ob man den lieben Oskar nicht doch ein bisschen bremsen sollte. So sagte der Blancho, dass die Schweizer, die Muslime nicht schlecht behandeln sollten, weil gewisse muslimische Länder Menschenrechte verletzten. Die Antwort von unserem Oskar: DOCH. 3) Kurz: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Das geht doch schon in Richtung der Idee von Toni Brunner für eine Unterschriftensammlung um zu erlauben, dass Initiativen gegen das Völkerrecht verstossen dürfen 4). Einstellungen wie im Mittelalter. Komisch, dass wir genau diese Einstellungen an den Muslimen am meisten kritisieren. Können wir SVPler fordern, dass der Islam eine Aufklärung durchläuft, wenn wir selber Andersdenke Ausgrenzen und sogar aus unserer Partei ausschliessen? Ist es nicht ein scheinheilig, vom Islam die Einhaltung der Menschenrechte zu fordern und in der Schweiz die Idee zu lancieren, Initiativen zu erlauben, die genau diese Menschenrechte NICHT einhalten?

Tja, wenn man zwei Fundamentalisten einander gegenüberstellt, dann kommt selten etwas gescheites heraus. Aber die Show war gut und das Thema werden wir weiter beackern. Sorry liebe Muslime, aber wenn es der Sache - oder besser gesagt, der Partei - dient, muss irgend jemand darunter leiden. Jetzt seit Ihr es, aber macht Euch keine allzu grossen Gedanken, bald ziehen wir weiter und suchen uns ein neues Opfer. Dann wirds wieder ein bisschen ruhiger.

Quellenverzeichnis:

1) Schweizer Fernsehen, Arena, 23.04.2010, ca. Minute 36, “Radikale Muslime im Aufwind?”, Link: http://videoportal.sf.tv/video?id=0e4c1c08-0aa8-409f-b49c-92e7f55305fd
2) Beobacher, 24.12.2010, "Tschuldigung!", Link:
http://www.beobachter.ch/unterhaltung/artikel/schlusspunkt_tschuldigung/
3) Schweizer Fernsehen, Arena, 23.04.2010, ca. Minute 109, “Radikale Muslime im Aufwind?”, Link: http://videoportal.sf.tv/video?id=0e4c1c08-0aa8-409f-b49c-92e7f55305fd
4) Blick online, 13.12.2010, "SVP pfeift aufs Völkerrecht", Link:
http://www.blick.ch/news/schweiz/politik/svp-pfeift-aufs-voelkerrecht-135651

 

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24.04.2010 Maurers Reduit

Nicht 1 gegen 100 sondern 1 gegen 6. Das ist die Formel mit der im Schweizerischen Bundesrat gespielt wird: Maurer gegen den Rest. Wenn man da nicht genau weiss, was passiert, dann kommt man bald einmal durcheinander.

Im Tagesanzeiger wird nun schon wieder das Kollegialitätsprinzip angemahnt 1), was ja richtig lächerlich ist. Ein SVPler ist zuerst SVPler, dann lange nichts mehr und dann mal Bundesrat, Regierungsrat, Schweizer oder was auch immer. Das heisst, Maurer arbeitet für die Partei im Bundesrat und er hat einen konkreten Auftrag: Zurück ins Reduit! Ob das nun 70 % nicht SVPlern passt oder nicht!

Gar keine leichte Aufgabe. Die Zeichen der Zeit zeigen in eine andere Richtung und militärische Bedrohungen sind heute faktisch nicht mehr vorhanden. Aber zum Glück haben wir unseren Mann genau am richtigen Ort: Im VBS. Und genau er soll nun die zukünftige Bedrohungslage und wie man damit umgehen soll analysieren.

Maurer hat nun im ersten Sicherheitspolitischen Bericht (SIPOL) so wenig Kompromisse zum SVP-Weltbild gemacht, dass er vom Bundesrat zurückgewiesen wurde. Kein Problem. Damit ziehen wieder ein paar Monate ins Land in denen sich nichts verändert.

Obwohl, Monate hätte man nicht für die Anpassungen gebraucht. Maurer hat ja nur ein paar Schönheitskorrekturen vorgenommen, aber nichts wesentlich verändert. Warum sollte er auch? Das würde ja gegen den Auftrag aus der Partei verstossen und den sollte ein SVPler laut Blocher-Prinzip mit "völliger Unterwerfung unter die Sache" 2) ausführen.

Ist das nun kindisch oder unkollegial? Nein, es ist Taktik! Und erst noch eine altbewährte: Sich ins Reduit zurückziehen. Zusammen mit der Jammerpropaganda um das fehlende Geld in der Armee (natürlich will Maurer seine Flugis, aber wenns um die Taktik geht, dann kann man auch mal ein bisschen länger darauf warten) erfüllt Maurer den SVP Auftrag "cheibe guet".

Kurz: Bundesrat Maurer ist eigentlich ein besserer Bundesrat Blocher! Er hat die gleiche Taktik, setzt den SVP Auftrag eins zu eins um, spielt der Partei für die Wahlen im nächsten Jahr schön in die Hände, macht dies aber ein bisschen diplomatischer ohne das typische "Elefant im Porzelanladen"-Verhalten von Blocher. Es gibt eigentlich nur einen Grund, warum Maurer nicht noch grösser herausgekommen ist als Blocher: 1 Milliarde Schweizer Franken 3).

Das Reduit ist also aktueller denn je! Vor allem in der Schweizer Politik!

Vorwärts! Zurück ins Reduit!

Quellenverzeichnis:

Tagesanzeiger online, 02.04.2010, "Bundesrat Maurer, der grosse Verhinderer". Link: http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Bundesrat-Maurer-der-grosse-Verhinderer/story/18708088

Tagesanzeiger online, 01.07.2007, "Demut, Disziplin, Depressionen". Link: http://www.tagesanzeiger.ch/dyn/news/schweiz/767647.html

Swissinfo.ch, 14.01.2009, "Wir müssen die Notbremse ziehen". Link: http://www.swissinfo.ch/ger/Wir_muessen_die_Notbremse_ziehen.html?cid=7148376

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29.03.2010 Ein Hurra auf Bern!

Trotz BDP Konkurrenz haben wir in Bern nur wenige Sitze verloren und alle Politologen sagen uns eine rosige Zukunft voraus! 1) Und das trotz dem Blocher-Abzocker-Ausrutscher. Es scheint als könnten wir uns alles leisten und die Schweizer wählen uns trotzdem! Tja, wer gerne an der Nase herumgeführt wird, kann das gerne haben:

Jetzt wollen wir national mindestens 40 %!!!

Quellenverzeichnis:

Tagesanzeiger online, 29.03.2010, "Der SVP-Vormarsch ist nicht zu stoppen", Link: http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Der-SVPVormarsch-ist-nicht-zu-stoppen/story/18981523

1 Kommentar 29.3.10 20:16, kommentieren

27.03.2010 Jugendgewalt

Die Arena am Freitag ist jeweils die weit bessere Unterhaltung als jedes Wetten dass, das ich schon gesehen habe. Auch gestern war es wieder eine wahre Freude zuzusehen, wie unser Alfred Heer - man könnte ihn als einen unserer Kampfhunde bezeichnen - seine Diskussionsgegner kurzum zerfleischt hat.

100 % der Botschaft ist herübergekommen:
1. die gewalttätigen Jugendlichen sind ALLE Ausländer.
2. sie sollten ALLE direkt ausgeschaft werden.

Die Sendung gab Alfred die wunderbare Gelegenheit für unsere Ausschaffungsinitiative zu werben, ohne dass sich jemand direkt dagegen gewehrt hätte, den es war ja nicht das offizielle Thema der Sendung. Da sind unsere Gegner zu nett um von der thematischen Vorgabe auch nur ein bisschen abzuweichen.

Wie immer hat sich Reto Brennwald einen Sonderpreis geholt, da er bei jeder Frage die Ausländer konkret angesprochen hat und den Zuschauern richtiggehend in den Kopf geprügelt hat, dass der Ausländeranteil bei den jugendlichen Gewalttätern besonders hoch ist und es damit zu einer Ausländerdiskussion gemacht hat und uns direkt den Ball für unsere Lieblingsattacken zugespielt hat. Ja er hat sogar Emmen einen schlechten Ruf unterstellt, nur weil es einen hohen Ausländeranteil hat. Supertyp!

Nur einmal wurde es ein bisschen kritisch, als der Einfluss der Politik auf die Gesellschaft diskutiert wurde. Die Diskussion werde härter und respektloser und das habe auch einen Einfluss auf die Gesellschaft. Der Brenni hat zwar die Schuld den Polen (mit Erstnennung der SP) zugeschrieben, aber an der netten SP kann es ja wirklich nicht liegen. Da bekommt sie einmal auch einen argumentarischen Ball zugespielt, aber Evi Allemann wollte nicht einmal gross auf das Thema eingehen und schon gar keine Schuldzuweisungen machen. Auch Reto Nause von der CVP hatte den Mut nicht dazu, uns als Ursache dieser Tatsache zu benennen.

Alfred hat dagegen professionell reagiert, ja geradezu modellhaft für unsere beliebten Rhetorikkurse:
1. Mit einer persönlichen Geschichte ablenken,
2. sofort zum Ausländerbashing übergehen und
3. die berechtigten Argumente lächerlich machen
mit Sätzen wie: "Das Problem das Ihr habt ist wenn die SVP zulegt oder eine Minarettinitiative gewinnt."

Obwohl, das Thema hat schon etwas. In regelmässigen Abständen geben wir eine Bevölkerungsgruppe zum Abschuss frei: Ausländer, (Schein-)Invalide, (Schein-)Arbeitslose, (filzige) Deutsche usw. Wenn man da ein bisschen selbstkritisch sein möchte, müsste man schon sagen....

Aber das wollen wir ja nicht. Wir wollen die Wahlen gewinnen und damit BASTA. Respekt und Anstand hilft da nicht viel weiter. Dem Gegener eins aufs Dach geben, lächerlich machen, "die anderen" für alles Negative verantwortlich machen und grobe Sprüche wie "Wenn es Euch hier nicht passt könnt Ihr ja gehen.", das gibt Stimmen! Darum los: Atackeeeeee!

Nochmals ein Schulterklopfen für Alfred Heer, der die Haltung der Partei perfekt darstellen konnte:
- mehr Polizei
- sofortige Ausschaffung
- keine Sozialarbeiter
- keine Hilfe zur Integration
- kein Verbot von Gewaltspielen
... und was man lieber nicht sagt in diesem Zusammenhang:
- sparen in der Schule
- sparen bei der Ausbildung
- sparen oder gleich vergessen der Integrationsbemühungen
- extremsparen beim Arbeitslosengeld von Jugendlichen.

Mehr Polizei sei keine Lösung zur Perspektivenlosigkeit der Jugend? Eigentlich wissen wir das ja auch, aber das verstehen unsere Wähler und...

...wir wollen ja schliesslich die Wahlen gewinnen!

Quellenverzeichnis:
Schweizer Fernsehen, Arena, "Gewalt in den Städten", 26.03.2010, Link:
http://videoportal.sf.tv/video?id=2a524637-3aa7-4123-9e29-2b4969bf19df&referrer=http%3A%2F%2Fwww.sf.tv%2Fsendungen%2Farena%2Findex.php%3FWT.zugang%3Dfront_sfe

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15.03.2010 Unser Christoph: 108-facher Abzocker?

Immer wieder kommt Christoph nun ins Visier der Medien. Am Samstag erneut im Radio DRS in der Samstagsrundschau. Zum Glück hat die nette Dame nicht allzu stark nachgehackt, sonst hätte das ein ganz unangenehmes Interview werden können. 1) Denn es kommen wieder pikante Details zum Vorschein zum Thema Verwaltungsrat bei Pharmavision:

- Er soll mit zwei Mitstreitern 20 % des Kapitals gehabt haben, aber über 50 % der Stimmen. Damit beherrschte das Trio die Pharmavision.
- Im besten Jahr soll er Fr. 6 Millionen verdient haben.

Wenn man nun die 6 Millionen ins Verhältnis stellt zum Durchschnittsgehalt eines Verwaltungsrates in der damaligen Zeit (Fr. 50'000.--) so hat Christoph 120 x mehr verdient als ein durchschnittlicher Verwaltungsrat:

6 Mio (Gehalt Blocher) / 50'000 (Durchschnittsgehalt VR) = 120 x mehr

Ziehen wir nun noch geschätzte 10 % seiner Beteilgung ab (es darf selbstverständlich jeder sich selber abzocken so viel er will!) so kommt man auf das finale Abzockerresultat:

120 /100 * 90 = 108-facher Abzocker

Trotzdem, unser Christoph kann in jeder Sendung hinstehen und alle Vorwürfe vehement zurückweisen und als Diffamierung bezeichnen. Und das Volk glaubt ihm. Warum? Ganz einfach: Unser Christoph ist sich keiner Schuld bewusst und glaubt effektiv was er sagt. Darum macht er einen ehrlichen und überzeugten Eindruck.

So hat er in der oben erwähnten Samstagsrundschau sinngemäss gesagt, es hätte ja ein anderer das Verwaltungsratspräsidium übernehmen und "gewinnen" können. Obwohl das absolut unmöglich ist, da Blocher mit seinen zwei Kumpanen über mehr als 50 % der Stimmen verfügte.

Das Geheimnis heisst also: Überzeuge Dich zuerst selber zu 120 % von einem Argument - und sei es auch noch so falsch -, bevor Du es in der Öffentlichkeit verwendest. Wir lernen jeden Tag von unserem grossen Vorbild und kommen dem Blocher-Prinzip immer näher. Wie wärs mit einem Blocher-Oskar? Wer dem Vorbild am nächsten kommt, erhält den Preis. Gute Kandidaten wären da sicher der Mörgeli, Adrian Amstutz, Baader Caspar, Toni Brunner, Hans Fehr, Ueli Giezendanner, Alfred Heer, Ulrich Schlüer, Pirmin Schwander, Luzi Stamm, Walter Wobmann und unser Nachwuchstalent Lukas Reimann. Oskar Freysinger - obwohl mit leichtem Vorteil schon wegen seinem Namen - schiesst mit seinen theatralischen Einlagen manchmal über das Ziel hinaus und auch Yvette Estermann hat nur eine Chance, wenn sie ihre Aussprache noch um einiges verbessert. Zudem gibts noch einen fremden Kandidaten: Filippo Leutenegger ist zwar in der FDP, aber voll auf unserer Linie.

Der Blocher-Oskar 

Wer soll den Blocher-Oskar bekommen? Gib auch Du Deine Stimme ab:

Hier abstimmen! 

Das Rennen ist eröffnet!

Momentanes Resultat vom 15.03.2010, 1 Tag nach Umfragestart:
1. Platz Toni Brunner mit 4 Stimmen
2. Platz Christoph Mörgeli mit 3 Stimmen

Macht der Namen wohl doch etwas aus? Bitte fleissig weiterstimmen.

Danke, Euer
SVP-Tagebuch

Quellenverzeichnis:

1) Radio DRS 1, 13.03.2010, Samstagsrundschau mit Christoph Blocher,  Link: http://www.drs.ch/www/de/drs/sendungen/top/samstagsrundschau.html

1 Kommentar 15.3.10 15:07, kommentieren